Wenn ein Hund oder eine Katze unheilbar erkrankt ist, rückt die verbleibende gemeinsame Zeit in den Mittelpunkt.
Die Tierärztin Birgit Angerer, die sich auf Palliativ- und Hospizmedizin mit Schwerpunkt Abschiedsbegleitung spezialisiert hat, empfiehlt in der MeinBezirk-Reihe „Abschied vom Haustier“ eine sogenannte Bucket List für sterbende Haustiere.
Angerer betreibt ihre Praxis in der Beethovengasse 1 in Mödling und besucht Hunde und Katzen als mobile Tierärztin im Raum Mödling und der näheren Umgebung.

Nach einer unheilbaren Diagnose rät Angerer, zunächst zu klären, was diese konkret für das Tier und seinen Alltag bedeutet.
Wichtig sei zu verstehen, welche Beschwerden auftreten können, welche davon behandelbar oder linderbar sind und welche Möglichkeiten der palliativen oder tierärztlich begleiteten Versorgung es in der letzten Lebensphase gibt.
Zudem empfiehlt sie, möglichst früh nach möglichen Krisensituationen zu fragen und gemeinsam einen Plan zu erstellen: Welche Symptome können im weiteren Verlauf auftreten, welche Maßnahmen helfen zu Hause, wann sollte die Tierärztin kontaktiert werden und wann handelt es sich um einen echten Notfall.
Beschwerden früh erkennen und lindern
Palliative Versorgung bedeutet für Angerer, Beschwerden möglichst früh zu erkennen und gezielt zu lindern, damit das Tier seinen Alltag mit möglichst guter Lebensqualität weiterführen kann. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Tieres ab.
Dazu können Medikamente gegen Übelkeit oder Appetitlosigkeit, Infusionstherapien und andere unterstützende Maßnahmen gehören.
Eine zentrale Rolle spielt die Schmerztherapie: Bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates oder bei Tumorschmerzen setzt Angerer häufig auf eine multimodale Behandlung, bei der verschiedene Wirkmechanismen kombiniert werden. Auch Physiotherapie kann Teil eines Therapieplans sein.
Um die Lebensqualität einzuschätzen, gibt es verschiedene Skalen und Fragebögen, die besonders im zeitlichen Verlauf oder bei uneindeutigen Situationen helfen können.
Betrachtet werden unter anderem Schmerzen, Fress- und Trinkverhalten, Sozialverhalten, Bewegungsfreude und das Verhältnis von guten zu schlechten Tagen.
Aus medizinischer Sicht spielen außerdem Atemnot, Übelkeit, Gewichtsverlust, eingeschränkte Mobilität und die Frage eine Rolle, wie gut sich Beschwerden durch die Behandlung noch kontrollieren lassen.
Noch wichtiger ist für Angerer aber die individuelle Frage, was für genau dieses Tier Lebensqualität ausmacht.
Für Tierhalterinnen und Tierhalter bedeutet das: Nach einer unheilbaren Diagnose lohnt es sich, früh das Gespräch mit der Tierärztin oder dem Tierarzt zu suchen und gemeinsam einen Plan für die letzte Lebensphase zu entwickeln.
Eine Bucket List kann dabei helfen, die verbleibende Zeit bewusst zu gestalten und den Abschied vorzubereiten.
Häufige Fragen
Wer ist Birgit Angerer?
Birgit Angerer ist Tierärztin für Palliativ- und Hospizmedizin mit Schwerpunkt Abschiedsbegleitung. Ihre Praxis hat ihren Sitz in der Beethovengasse 1 in Mödling, als mobile Tierärztin betreut sie Hunde und Katzen bei Hausbesuchen im Raum Mödling und der näheren Umgebung.
Was rät Angerer nach einer unheilbaren Diagnose?
Sie rät, zunächst zu klären, was die Diagnose konkret für das Tier und seinen Alltag bedeutet. Außerdem empfiehlt sie, früh nach möglichen Krisensituationen zu fragen und gemeinsam einen Plan für den weiteren Verlauf zu erstellen.
Was kann eine palliative Behandlung leisten?
Palliative Versorgung soll Beschwerden möglichst früh erkennen und gezielt lindern, damit das Tier seinen Alltag mit möglichst guter Lebensqualität weiterführen kann. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Tieres ab.
Woran lässt sich die Lebensqualität eines Tieres erkennen?
Es gibt Skalen und Fragebögen, die unter anderem Schmerzen, Fress- und Trinkverhalten, Sozialverhalten, Bewegungsfreude und das Verhältnis von guten zu schlechten Tagen betrachten. Aus medizinischer Sicht spielen zudem Atemnot, Übelkeit, Gewichtsverlust und eingeschränkte Mobilität eine Rolle.
Welche Rolle spielt die Schmerztherapie?
Die Schmerztherapie nimmt laut Angerer eine zentrale Rolle ein. Bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates oder bei Tumorschmerzen setzt sie häufig auf eine multimodale Behandlung, bei der verschiedene Wirkmechanismen kombiniert werden.
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Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei akuten Beschwerden, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, Fressverweigerung oder Verdacht auf Vergiftung gehört dein Tier sofort zum Tierarzt.



