Der Leopardgecko ist ein Insektenfresser, dessen Futter aus lebenden Wirbellosen besteht, die vor dem Verfüttern mit einem Mineralpulver bestäubt werden. Ohne diese Bestäubung und ohne passende Vitamin-D3-Versorgung entstehen auf Dauer Knochenprobleme, denn der Gecko kann Kalzium aus dem Futter nur unzureichend aufnehmen.
Wichtig ist die Kombination aus drei Dingen: geeignete Futtertiere in passender Größe, ein hochwertiges Kalziumpräparat mit Vitamin D3 und ein Fütterungsrhythmus, der zum Alter und zur Jahreszeit des Tieres passt. Dieser Ratgeber erklärt, wie du das im Alltag umsetzt und wann du besser einen reptilienerfahrenen Tierarzt aufsuchst.
Welche Futtertiere für den Leopardgecko geeignet sind
Heimchen und Grillen sind die Basis, weil sie sich gut im Handel kaufen lassen, beweglich sind und von den meisten Leopardgeckos zuverlässig angenommen werden. Achte dabei auf eine Größe, die etwa der Kopfbreite des Geckos entspricht, denn zu große Futtertiere werden oft wieder ausgewürgt oder nur schwer verdaut.
Als Abwechslung eignen sich Schaben wie Argentinische Waldschaben oder Dubia-Schaben. Sie sind nahrhaft, klettern kaum und halten sich gut in einer eigenen Dose. Mehlwürmer und Buffalowürmer kannst du gelegentlich anbieten, aber nicht als Hauptfutter, weil ihr Fettanteil höher liegt und die harte Chitinhülle bei manchen Tieren Verdauungsprobleme macht.

Wichtig ist, dass die Futtertiere selbst gut versorgt sind. Ein Heimchen, das seit Tagen ohne Nahrung in einer Dose sitzt, hat kaum noch Nährwert. Füttere deine Futterinsekten mit Gemüseresten, Haferflocken oder speziellen Insektenfuttermitteln, bevor du sie verfütterst.
Futtertiere richtig bestäuben
Das Bestäuben ist der wichtigste Schritt bei der Fütterung. Du gibst die Futtertiere in ein kleines Gefäß, streust eine Prise Kalziumpulver darüber und schwenkst sie vorsichtig, bis sie leicht bedeckt sind. Dann setzt du sie einzeln oder in kleiner Zahl ins Terrarium, damit der Gecko sie gezielt jagt.
Nimm nicht zu viel Pulver auf einmal, denn eine dünne Schicht reicht aus. Zu viel Pulver kann die Atemwege der Insekten verstopfen und wird von manchen Geckos nicht angenommen, weil es am Maul klebt. Ein Teelöffel Pulver reicht für mehrere Fütterungen.
Für die regelmäßige Bestäubung nutzt du ein Kalziumpräparat ohne Vitamin D3. Zusätzlich brauchst du ein Präparat mit Vitamin D3, das du in einem festen Rhythmus einsetzt. Wie oft du welches Präparat verwendest, hängt von der UV-Versorgung im Terrarium ab. Bei einer reinen Innenhaltung ohne UV-Lampe kann die D3-Gabe wichtig sein; bei einem Terrarium mit echter UV-Bestrahlung wird Vitamin D3 teilweise durch die Bestrahlung gebildet.
Häufigkeit und Menge: So oft fütterst du
Junge Leopardgeckos wachsen schnell und brauchen häufiger Futter als ausgewachsene Tiere. Adulte Geckos kommen mit zwei bis drei Fütterungen pro Woche gut aus. Bei Jungtieren sind vier bis fünf kleinere Mahlzeiten pro Woche üblich, wobei die Menge pro Mahlzeit geringer ist.
Die Anzahl der Futtertiere pro Mahlzeit richtet sich nach der Größe des Geckos. Ein ausgewachsener Leopardgecko verträgt etwa drei bis fünf mittelgroße Heimchen pro Fütterung, ein Jungtier entsprechend weniger. Beobachte den Körperbau: Ein gesunder Leopardgecko hat einen kräftigen Schwanz, der etwa so dick wie der Nacken ist. Ein deutlich dünnerer Schwanz ist ein Hinweis auf zu wenig Futter oder eine Erkrankung.
Im Winter reduzieren viele Leopardgeckos ihre Aktivität. Bei kühleren Temperaturen im Terrarium fressen sie weniger. Passe die Futtermenge an das Verhalten an und biete nichts an, was nach Stunden noch unberührt im Terrarium liegt. Entferne übrig gebliebene Futtertiere, damit sie den Gecko nicht nachts belästigen oder anknabbern.
| Lebensphase | Fütterungen pro Woche | Futtertiermenge pro Mahlzeit |
|---|---|---|
| Jungtier bis ca. 6 Monate | 4 bis 5 | 2 bis 3 kleine Insekten |
| Halbwüchsig bis ca. 12 Monate | 3 bis 4 | 3 bis 4 mittlere Insekten |
| Adult | 2 bis 3 | 3 bis 5 mittlere Insekten |
| Adult im Winter bei kühleren Temperaturen | 1 bis 2 | weniger, nach Appetit |
Die Werte sind grobe Orientierung, deshalb fragst du für die genaue Menge und bei Auffälligkeiten am besten deinen Tierarzt.
Kalzium und Vitamin D3: Warum beides zusammengehört
Kalzium ist der Baustein für Knochen und Eischalen. Der Leopardgecko kann Kalzium aber nur verwerten, wenn Vitamin D3 vorhanden ist. Vitamin D3 steuert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm. Fehlt D3, nützt das viele Kalzium im Futter wenig, und der Körper greift auf die Knochen zurück.
Das Ergebnis sind weiche Knochen, Verformungen der Kiefer und der Gliedmaßen sowie Zittern der Beine, die sich schleichend über Wochen und Monate entwickeln. Sobald du solche Anzeichen bei deinem Leopardgecko siehst, gehört das Tier zum reptilienerfahrenen Tierarzt, wo der Kalzium- und Vitamin-D3-Status eingeschätzt und eine passende Versorgung eingeleitet wird.
Für die tägliche Praxis gilt: Bestäube die Futtertiere bei jeder Fütterung mit Kalzium ohne D3. Zusätzlich gibst du ein Präparat mit Vitamin D3 in einem festen Rhythmus, etwa einmal pro Woche. Wie viel D3 dein Tier tatsächlich braucht, hängt von der UV-Bestrahlung und der Haltung ab. Besprich die Feinabstimmung mit einem Tierarzt, der sich mit Reptilien auskennt.
Was du bei der Fütterung vermeiden solltest
Verzichte auf tote oder gefrorene Futtertiere als Hauptfutter, denn Leopardgeckos jagen Bewegung. Tote Insekten werden oft nicht erkannt oder liegen gelassen, wobei Frostfutter als Ausnahme funktionieren kann, es aber die lebende Fütterung nicht ersetzt.

Meide Futtertiere aus unsicherer Quelle, etwa aus dem Garten oder von Wiesen mit Pestizideinsatz, denn Insekten können Rückstände tragen, die dem Gecko schaden. Kaufe deshalb Futtertiere im Fachhandel oder aus einer eigenen Zucht.
Gib keine Leckerbissen mit hohem Fettanteil in großen Mengen, denn Wachsmaden etwa werden zwar gern genommen, sind aber sehr fettreich und sollten nur selten als Leckerbissen dienen. Auch Obst und Gemüse gehören nicht auf den Speiseplan des Leopardgeckos, denn er ist kein Allesfresser.
Wasser, Terrarium und Verdauung
Stelle immer eine flache Wasserschale bereit, die leicht zu reinigen ist. Wechsle das Wasser regelmäßig, am besten täglich. Viele Leopardgeckos trinken selten sichtbar, nehmen aber über die Haut und über das Futter Flüssigkeit auf.
Achte auf die Temperaturen im Terrarium, weil Leopardgeckos eine warme Zone brauchen, in der sie nach dem Fressen ihre Verdauung ankurbeln. Ist es zu kalt, bleibt das Futter im Magen liegen, sodass es zu Verdauungsproblemen kommt. Eine passende Wärmequelle mit etwa 30 bis 32 Grad in der Sonnenzone ist üblich, wobei die genauen Werte von der Haltungsform abhängen.
Kontrolliere den Kot, denn gesunder Kot ist dunkel und fest, mit einem weißen Anteil. Häufiger dünner Kot, Verstopfung oder ein aufgeblähter Bauch sind dagegen Gründe, einen Tierarzt aufzusuchen.
| Anzeichen | Mögliche Ursache | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Weiche Kiefer, Zittern | Kalzium- oder Vitamin-D3-Mangel | Tierarzt aufsuchen, Versorgung prüfen |
| Häutungsprobleme | zu trockene Haltung, Mangelversorgung | Feuchtigkeit und Futter prüfen, Tierarzt fragen |
| Appetitlosigkeit über mehrere Tage | falsche Temperaturen, Stress, Erkrankung | Haltung prüfen, bei Anhalten zum Tierarzt |
| Dünner Schwanz | zu wenig Futter, Parasiten | Futtermenge anpassen, Kot untersuchen lassen |
| Aufgeblähter Bauch | Verstopfung, falsches Futter | Tierarzt aufsuchen, keine Hausmittel |
Fazit: Fütterung als Zusammenspiel
Die Fütterung eines Leopardgeckos funktioniert nur im Zusammenspiel von passenden Insekten, regelmäßiger Bestäubung und einer sinnvollen Vitamin-D3-Versorgung. Heimchen und Schaben bilden dabei die Basis, während Kalzium ohne D3 an jede Mahlzeit gehört und ein D3-Präparat in festem Rhythmus ergänzt. Passe Menge und Häufigkeit an Alter, Jahreszeit und Körperbau an, und beobachte den Schwanz als wichtigsten Indikator. Bei Knochenverformungen, Zittern, anhaltender Appetitlosigkeit oder Häutungsproblemen gehst du zum reptilienerfahrenen Tierarzt. Dieser Ratgeber ersetzt keine Untersuchung und keine individuelle Therapie.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meinen Leopardgecko füttern?
Ausgewachsene Leopardgeckos brauchen etwa zwei bis drei Fütterungen pro Woche, Jungtiere vier bis fünf kleinere Mahlzeiten. Im Winter fressen viele Tiere weniger, dann reduzierst du die Menge. Die genaue Menge hängt von Alter, Größe und Haltung ab.
Muss ich Futterinsekten bestäuben?
Ja, die Bestäubung mit Kalziumpulver ist bei jeder Fütterung sinnvoll. Ohne Kalzium und Vitamin D3 kann der Gecko Knochenprobleme entwickeln. Nutze Kalzium ohne D3 regelmäßig und ein D3-Präparat in festem Rhythmus.
Welche Insekten darf mein Leopardgecko fressen?
Gut geeignet sind Heimchen, Grillen und Schaben wie Dubia. Mehlwürmer und Buffalowürmer dienen als gelegentliche Abwechslung, Wachsmaden nur als seltener Leckerbissen. Obst und Gemüse gehören nicht auf den Speiseplan.
Woran erkenne ich einen Kalziummangel beim Leopardgecko?
Hinweise sind weiche Kiefer, verformte Gliedmaßen, Zittern der Beine und Häutungsprobleme. Diese Anzeichen entwickeln sich schleichend. Bei Verdacht stellst du das Tier einem reptilienerfahrenen Tierarzt vor.
Braucht mein Leopardgecko eine UV-Lampe?
Eine UV-Bestrahlung unterstützt die Vitamin-D3-Bildung, ersetzt aber nicht automatisch die Versorgung über das Futter. Ob und wie viel D3 du zusätzlich gibst, hängt von der Haltung ab. Die Feinabstimmung besprichst du mit einem Tierarzt.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei akuten Beschwerden, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, Fressverweigerung oder Verdacht auf Vergiftung gehört dein Tier sofort zum Tierarzt.