Babesiose bei Hunden: Tierärzte melden mehr Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Das berichtet der Nordkurier unter Berufung auf Veterinäre aus der Region Hagenow, Ludwigslust, Parchim, Sternberg und Waren. „Die Babesiose oder Hundemalaria wird von Zecken übertragen und kommt immer häufiger vor“, sagte Dr. Holger Nietz, Leiter der Müritz-Tierklinik in Waren/Müritz, der Zeitung.

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Erkrankte Tiere entwickeln laut Bericht hohes Fieber ab 40 Grad; die normale Körpertemperatur von Hunden liege zwischen 37,5 und 39 Grad und lasse sich mit einem gewöhnlichen Fieberthermometer im After kontrollieren. Weitere Anzeichen seien Appetitlosigkeit, auffällig blasse Schleimhäute und dunkelgelb-bräunlicher Urin. Wer solche Symptome bei seinem Hund bemerke, sollte zeitnah eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Wie die Infektion verläuft

Die Erreger setzen sich nach den Worten von Nietz auf die roten Blutkörperchen und zerstören diese. Dadurch könne kein Sauerstoff mehr transportiert werden, und die Hunde würden anämisch. Die Infektion lasse sich über eine Laboruntersuchung einer Blutprobe nachweisen und anschließend gezielt medikamentös behandeln, so der Tierarzt. In der Regel erhalte der Hund zwei Spritzen im Abstand von etwa zwei Wochen.

Diese Injektionen können laut Tierärztin Peggy Zarpentien aus Pampow noch einige Stunden nach der Behandlung mitunter starke Nebenwirkungen auslösen. Beide Tierärzte bestätigen dem Bericht zufolge dennoch die Wirksamkeit der Medikation: „Bereits einen Tag nach der Behandlung geht es fast allen Hunden deutlich besser“, sagte Nietz. Eine Hundehalterin schilderte, ihrer Hündin habe es sehr schlecht gegangen, nach der ersten Spritze ohne Nebenwirkungen sei sie zwar noch etwas müde, sonst aber wieder ganz die Alte gewesen.

Ganzjähriger Zeckenschutz empfohlen

Nach Einschätzung verschiedener Tierärzte hängt der Anstieg der Fallzahlen mit der inzwischen ganzjährigen Aktivität einiger Zeckenarten zusammen. Nietz nannte mehrere Möglichkeiten: Medikamente, die alle vier Wochen in den Nacken geträufelt werden, Tabletten mit einer Wirksamkeit von etwa drei bis vier Monaten sowie spezielle Halsbänder vom Tierarzt, die rund acht Monate halten. Relativ neu auf dem Markt sei zudem eine Spritze, die den Hund ein Jahr lang vor Zeckenbefall schützen soll; damit habe die Klinik bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

Für Katzen besteht nach Angaben des Klinikchefs keine relevante Gefahr, an Babesiose zu erkranken. „So ein Fall ist in Deutschland meines Wissens nach noch nie aufgetreten“, sagte er. Für Hundehalter bedeutet das: Angesichts der ganzjährigen Zeckenaktivität ist ein durchgehender Zeckenschutz ratsam, und bei Fieber, blassen Schleimhäuten oder auffälligem Urin sollte der Hund tierärztlich untersucht werden.

Quellen

Quellen abgerufen am 23.10.2026.

Häufige Fragen

Was ist Babesiose bei Hunden?

Babesiose, auch Hundemalaria genannt, ist eine von Zecken übertragene Infektion. Die Erreger setzen sich auf die roten Blutkörperchen und zerstören diese, wodurch die Hunde anämisch werden. Unbehandelt führt die Krankheit laut Tierärzten unweigerlich zum Tod.

Welche Symptome zeigen erkrankte Hunde?

Betroffene Tiere haben hohes Fieber ab 40 Grad, wobei die normale Temperatur bei Hunden zwischen 37,5 und 39 Grad liegt. Weitere Anzeichen sind Appetitlosigkeit, auffällig blasse Schleimhäute und dunkelgelb-bräunlicher Urin.

Wie wird die Infektion festgestellt und behandelt?

Nachgewiesen wird die Infektion über eine Laboruntersuchung einer Blutprobe. Anschließend erfolgt eine gezielte Medikation, in der Regel mit zwei Spritzen im Abstand von etwa zwei Wochen. Laut den befragten Tierärzten geht es fast allen Hunden bereits einen Tag nach der Behandlung deutlich besser.

Welche Nebenwirkungen kann die Behandlung haben?

Einige Stunden nach den Spritzen können mitunter starke Nebenwirkungen auftreten, darunter Speicheln, Erbrechen, Durchfall oder Schüttelfrost. Tierärztin Peggy Zarpentien rät deshalb, den Hund nach der Behandlung gut zu beobachten.

Wie können Hundehalter vorbeugen?

Tierärzte empfehlen einen ganzjährigen Zeckenschutz, da einige Zeckenarten inzwischen das ganze Jahr aktiv sind. Genannt werden Medikamente zum Aufträufeln alle vier Wochen, Tabletten mit etwa drei bis vier Monaten Wirksamkeit, Halsbänder vom Tierarzt für rund acht Monate und eine Spritze, die ein Jahr lang schützen soll.

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei akuten Beschwerden, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, Fressverweigerung oder Verdacht auf Vergiftung gehört dein Tier sofort zum Tierarzt.