Verhaltensänderungen bei Hunden nach einem Verlust beschäftigen viele Halter.
Ein Leser schilderte laut einem Bericht auf fr.de vom 30. Oktober 2026, dass sein zweiter Hund seit dem Tod des anderen Tieres ruhiger und weniger aktiv sei, und fragte, ob eine Depression oder eine Erkrankung dahinterstecken könne.
Hunde können nicht sagen, wie sie sich fühlen – doch bestimmte Verhaltensweisen können darauf hindeuten, dass ein Tier mit Trauer oder depressiven Gefühlen zu kämpfen hat, wie die Autorin nach eigenen Angaben aus zahlreichen Haltergeschichten schließt.

Wichtig ist laut dem Beitrag jedoch: All diese Anzeichen können auch auf Krankheiten hindeuten, die tierärztlich behandelt werden müssen.
Körperliche Ursachen ausschließen lassen
Genannt werden unter anderem Demenz bei Hunden und andere Gehirnerkrankungen, chronische Schmerzen etwa durch Arthritis sowie Erkrankungen des Herzens, der Atemwege oder anderer lebenswichtiger Organe.
Da ein Hund nicht über seine Gefühle sprechen kann, sollte eine Tierärztin oder ein Tierarzt das Tier untersuchen, wenn es weniger ansprechbar wirkt oder sein Verhalten Sorgen macht.
Beim Termin hilfreich sind Angaben dazu, wie lange die Anzeichen bestehen und was sich im Alltag verändert hat – etwa ein Umzug oder der Tod eines Familienmitglieds oder eines anderen Haustiers.
Besonders wichtig sei ein Praxisbesuch, wenn weitere Warnzeichen auftreten: veränderter Appetit, Erbrechen oder Durchfall, Atemprobleme oder Husten, Gewichtsverlust, Lahmheit, Haut- oder Ohrenprobleme oder ungewöhnliches Verhalten wie im Kreis Laufen, ruheloses Hin- und Herlaufen, Zuckungen, das Anstarren von Wänden oder scheinbare Blindheit.
Die Tierärztin oder der Tierarzt fragt möglicherweise, wann die Anzeichen begonnen haben und wie sie sich entwickelt haben.
Empfohlen wird ein tägliches Gesundheitstagebuch mit Notizen zu Erbrechen oder Durchfall, Appetitveränderungen, verabreichten Medikamenten, Körpergewicht und Aktivitäten sowie zu Futterart, Futtermenge und Kontakt zu anderen Tieren.
Wie Hunde auf menschliche Gefühle reagieren
Dass Hunde die Stimmung ihrer Menschen wahrnehmen, dürfte vielen Haltern bekannt vorkommen, berichtet die Stuttgarter Zeitung am 28. Oktober 2026. Forscherinnen der Veterinärmedizinischen Universität Wien gingen der Frage nach, ob Hunde Angst tatsächlich riechen können; die Ergebnisse wurden im September 2025 in der Fachzeitschrift Frontiers in Veterinary Science veröffentlicht.
Für die Untersuchung sammelten die Wissenschaftlerinnen Schweißproben von Frauen, die entweder einen entspannten Naturfilm oder angstauslösende Horrorfilmszenen angesehen hatten.
Anschließend wurden 61 Hunde in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe konnte zwischen neutralem menschlichem Geruch und Angstgeruch wählen, der Kontrollgruppe wurden ausschließlich neutrale Proben angeboten.
Hunde, die dem Angstgeruch ausgesetzt waren, blieben laut dem Bericht häufiger in der Nähe der Versuchsleiterin und hielten ihre Rute öfter gesenkt; außerdem näherten sie sich den Zielen tendenziell zögerlicher. Das könnte auf Unsicherheit oder leichtes Unbehagen hindeuten.
Überraschend war jedoch, dass die Hunde den Angstgeruch keineswegs grundsätzlich mieden: Manche liefen sogar schneller darauf zu als auf den neutralen Geruch. Eine allgemeine Vorliebe oder Abneigung ließ sich nicht feststellen, auch Alter und Geschlecht erklärten die Unterschiede nicht.
Die Forscherinnen vermuten, dass individuelle Erfahrungen das Verhalten beeinflussen könnten; ob das tatsächlich ausschlaggebend ist, muss laut dem Bericht erst noch untersucht werden.
Für dich als Halter bedeutet das: Beobachte Veränderungen genau und dokumentiere sie, statt vorschnell auf eine Depression zu schließen. Bei anhaltenden oder zusätzlichen Warnzeichen solltest du deinen Hund tierärztlich untersuchen lassen, um körperliche Ursachen abzuklären.
Häufige Fragen
Welche acht Anzeichen nennt der Bericht für eine mögliche Depression beim Hund?
Genannt werden unter anderem Rückzug, geringere Aktivität, verändertes Fressverhalten, weniger Interesse an sonst wichtigen Dingen, vermehrtes Schlafen, weniger Kontakt zu Menschen oder anderen Tieren, Unruhe und insgesamt deutlich verändertes Verhalten.
Der Bericht betont, dass diese Anzeichen auch auf Krankheiten hindeuten können.
Können die Anzeichen auch körperliche Ursachen haben?
Ja. Laut dem Bericht kommen etwa Demenz bei Hunden, andere Gehirnerkrankungen, chronische Schmerzen durch Erkrankungen wie Arthritis sowie Krankheiten des Herzens, der Atemwege oder anderer lebenswichtiger Organe infrage. Deshalb sollte ein Tierarzt das Tier untersuchen.
Wann sollte ich besonders dringend zum Tierarzt?
Der Bericht nennt als zusätzliche Warnzeichen veränderten Appetit, Erbrechen oder Durchfall, Atemprobleme oder Husten, Gewichtsverlust, Lahmheit, Haut- oder Ohrenprobleme sowie ungewöhnliches Verhalten wie im Kreis laufen, Zuckungen oder das Anstarren von Wänden. In solchen Fällen ist ein Praxisbesuch besonders wichtig.
Was hilft dem Tierarzt bei der Einschätzung?
Hilfreich sind Angaben dazu, wie lange die Anzeichen bestehen und was sich im Alltag verändert hat, etwa ein Umzug oder der Tod eines Familienmitglieds oder eines anderen Haustiers.
Empfohlen wird außerdem ein tägliches Gesundheitstagebuch mit Notizen zu Appetit, Erbrechen, Durchfall, Medikamenten, Gewicht und Aktivitäten.
Was zeigte die Studie aus Wien zum Angstgeruch?
Hunde, die menschlichem Angstgeruch ausgesetzt waren, blieben häufiger in der Nähe der Versuchsleiterin und hielten die Rute öfter gesenkt; sie näherten sich Zielen zögerlicher.
Eine allgemeine Abneigung gegen den Angstgeruch ließ sich aber nicht feststellen, manche Hunde liefen sogar schneller darauf zu.
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Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei akuten Beschwerden, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, Fressverweigerung oder Verdacht auf Vergiftung gehört dein Tier sofort zum Tierarzt.



